Bilder bearbeiten – ja oder nein?

Neulich sprach ich mit einem jungen Hobbyfotografen, der die Auffassung vertrat, ein Bild müsse fertig aus der Kamera kommen. Er wolle seine Bilder „unbearbeitet“ lassen. Auf meine Frage hin meinte er, er nehme das JPEG-Bild aus der Kamera. „Aber dann ist es doch bearbeitet“, antwortete ich ihm und brachte ihn gehörig ins Grübeln.
Denn das JPEG aus der Kamera ist – im Unterschied zum RAW – bereits bearbeitet. Und zwar so, wie der Kamerahersteller meint, das es ganz gut aussehen könnte. Da werden in der kamerainternen Bildbearbeitung Kontraste verstärkt, Farben gesättigt, das Bild vorgeschärft etc. Man hat also kein unbearbeitetes Bild, sondern überlässt die Anpassung einfach nur der internen Bildbearbeitung der Kamera. Das kann mal gut gehen, tut es aber nicht immer.
Und deshalb meine ich, es kann sich auf jeden Fall lohnen, ein Bild nachträglich zu bearbeiten. Das wurde zu analogen Zeiten ja auch schon nicht anders gemacht. Nur damals musste man noch den Chemiebaukasten, viel Erfahrung und Geschick bemühen, wenn man aus einem besonderen Motiv noch mehr heraus holen wollte.
Heute geht das alles zum Glück digital. Und ich finde, das ist gut so. Ich konnte deshalb schon so manches Foto retten, das es unbearbeitet nur in den Papierkorb geschafft hätte. Mein Lieblingbeispiel dafür ist immer noch eine Aufnahme zur Blauen Stunde auf der Poggenmühlenbrücke in Hamburg.
Hamburg, Blick zum Wasserschloss von der Poggenmühlenbrücke aus.

Hamburg, Blick zum Wasserschloss von der Poggenmühlenbrücke aus.

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